Ich bin ein Kind der Schulmedizin. Ich bin kein Freund von „alles so sanft wie möglich“. Wenn es nachweislich helfen kann und Vor- und Nachteile in einem vernünftigen Verhältnis stehen, dann habe ich auch nichts gegen eine ordentliche Dosis „Chemie“.

 

Ebenfalls gehöre ich nicht zu denen, die immer von der „bösen Pharmaindustrie“ sprechen. Im Gegenteil, ich kann undifferenziertes „Pharmabashing“ nicht leiden und ich habe auch schon mal einen Artikel (damals noch in meinem privaten Blog) veröffentlicht, in dem ich ein Pharmaunternehmen ausdrücklich und eindeutig gegen eine aus meiner Sicht vollkommen ungerechtfertigte Kritik von Seiten einiger GKV-Vertreter und einiger Medien verteidigt habe (siehe hier)

Aber gelegentlich ist Kritik nötig. Und gelegentlich sollte man auch mal Stellung beziehen.

Ärzte gegen Tierversuche ist – nach meiner bisherigen Erfahrung mit deren Veröffentlichungen – eine seriöse Organisation, die gewissenhaft recherchiert und keine unbewiesenen Behauptungen aufstellt.

Derzeit berichten sie über von der  Firma Sloan Pharma beim – sowieso schon massiver Kritik ausgesetztenHamburger Auftragslabor LPT  in Auftrag gegebene Tests  ihres Botox-Produkts Neurobloc an 46.800 Mäusen (hier).

Konkret bedeutet das einen u.U. über mehrere Stunden oder gar Tage sich hinziehenden Erstickungstod für die Tiere – und das, obwohl es hier bereits genehmigte und geprüfte Alternativen zum Tierversuch gibt, die auch von einigen anderen Unternehmen bereits ausschließlich genutzt werden. 

Allerdings hat Sloan Pharma es wohl bisher nicht für nötig gehalten, die entsprechenden alternativen Tests zu entwicklen oder zumindest mit der Entwicklung zu beginnen und möchte sich das gerne sparen. 

Ich bin ja auch ein Kapitalist und ich meine auch, dass Profite etwas Gutes sind. Aber nicht um jeden Preis. Und schon gar nicht, wenn es völlig unnötig ist, fühlende Wesen zu quälen. 

Sollte das bedeuten, dass man vorübergehend etwas weniger Profit macht, indem man  das ethisch Richtige tut, dann sollte das selbstverständlich sein. Ja, auch profitorientierte Unternehmen können und sollen sich ethisch verantwortungsvoll verhalten. Das erwarte ich von guten Kapitalisten 🙂

Und jetzt mal ehrlich: das Medikament wird in erster Linie für kosmetische Zwecke eingesetzt, hier geht es nicht um die Rettung von Menschenleben. (Es ist also nicht nötig, hier die Diskussion zu führen, ob wir das Recht haben, Tiere zu quälen um potenziell lebensrettende Forschung für die Humanmedizin zu betreiben. Das ist ein anderes Thema und ein anderes Gespräch)

Deshalb unterstütze ich den nachfolgenden Aufruf der „Ärzte gegen Tierversuche“:

 www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/helfen/kampagnen/149-stoppt-botox-tierversuche

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